Kern psychosozialer Konvergenz im Memorial de America Latina
„Autoritäre Regimes, Traumatisierung und Prozesse der psychosozialen Reintegration“

Der psychosoziale Schaden, den autoritäre Regime in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch staatliche Gewaltanwendung der Zivilbevölkerung in der Mehrheit der Länder Lateinamerikas zugefügt haben, ist immens.

Angst wurde als Element gewaltsamer Unterdrückung in jedem einzelnen Land benutzt. Mit Hilfe wissenschaftlich erprobter Methoden der Sozial- und Militärpsychologie wurde sie in allen Bereichen des Alltags verankert.

Der autoritäre Staat entwickelte eine vernichtende Strategie mit organisierter Gewaltanwendung gegen einzelne Personen und soziale Vernetzungen der Opposition. Dies erzeugte aber nicht nur wehrlose Opfer, sondern führte auch zu neuen Organisationsformen der Zivilgesellschaft und zu neuen Strukturen für Schutz und Behandlung der Opfer dieser systematisierten Misshandlungen.

Einzelne Personen sowie Institutionen, damals solidarisch tätig, bilden heutzutage Enklaven der Kompetenz im Umgang mit psychosozialer Traumatisierung, haben aber bisher wenig bis keinen Kontakt zueinander.

Dieser „Kern psychosozialer Konvergenz“, im Memorial de America Latina (Sao Paulo/Brasilien) angesiedelt, will Verbindungen zum gegenseitigen Kennenlernen und Interagieren unter den Akteuren auf dem Gebiet der psychosozialen Behandlung von Personen und Gruppen in Extremsituationen von damals und heute herstellen.

Ziel ist, eine Vernetzung psychosozialer Kompetenz mit diesen Personen und Institutionen zu gestalten und weiterzuentwickeln, um den Herausforderungen zu begegnen, dies aus dieser unserer gemeinsamen Geschichte erwachsen.

Handlungsebenen sind: Eine interaktive Datenbank und ein virtueller Locus der Interaktion.


Aufruf als Pdf